Werte Kollegen!
Ich möchte gerne dazu anregen einen Blick auf Computerprogramme zu werfen, die man für neuropsychologisches Training verwenden könnte. Programme aus dem Kinderbereich, mit denen ich bislang gute Erfahrungen habe, wären beispielsweise:
http://childsplay.sourceforge.net und http://gcompris.sourceforge.net
Zur Erklärung: Diese Programme wurden/werden unter Open Source Lizenzen entwickelt, was einen freien Zugang zu den Programmtexten erlaubt. Man kann mit den Autoren Kontakt aufnehmen und Verbesserungen anregen und darf (und soll sogar) diese Programme beliebig kopieren und verteilen. Ich denke, dass der Markt an derzeit verfügbaren Programmen für die Neuro-Reha nicht so tolle Auswahl bietet und bin stets auf der Suche nach Erweiterungen, insbesondere damit es Patienten ohne finanzielle Aufwendungen bekommen. Ich halte es für wichtig, dass die Neuropsychologie dabei ihre Stärken zur Geltung bringt und beispielsweise objektiv die Nützlichkeit evaluiert. Aus dem Grund möchte ich gerne einige anekdotische Fälle zeigen, die ermutigend wirken, obwohl mir die Limits bei der Aussagekraft von so wenigen Fällen klar sind. Als Beispiel habe ich Childsplay für akustische Übungen zur Buchstabenerkennung benutzt und konnte somit die Leseleistung von neurologischen Patienten verbessern.
http://moxen.free-25.de/childsplay.pdf
Meine Fragen / Anregungen dazu wären folgende:
1.) Wenn diese Programme durchaus nützlich sind, wäre es dann nicht überall sinnvoll in Reha-Einrichtungen Computer mit diesen Programmen zugänglich zu machen, die außerhalb der Therapiezeiten von allen Patienten genutzt werden können, so dass auch selbständiges Üben an Wochenenden etc. eingelernt werden kann ? (In unserer Institution gibt es stets unbenutzte, ausgemusterte Rechner im Lager. Das wird in anderen Institutionen ja auch so sein – einmal die Haustechnik fragen ?)
2.) Wenn diese Programme sinnvoll sind und bedient werden können, sollten dann nicht alle Patienten nach stationären Reha-Aufenthalten solche Programme einfach kostenlos mit nach Hause bekommen, damit das Training weiter erfolgen kann ?
Beides führe ich routinemäßig an unserer Abteilung durch (soweit es mir möglich ist) und ich sehe zwar viele Anregungen an neuen Fragen zu forschen, habe aber bislang eigentlich keine schlechten Erfahrungen damit gemacht, die gegen diese Konzepte sprechen.
Woran mir mit diesem Posting besonders liegt, das wäre folgende Einladung:
1.) Falls jemand Lust hat ebenfalls Daten zu erheben, dann wäre ein Austauch / Kooperation vielleicht ganz sinnvoll und man könnte gemeinsam die Datenlage auf solide Beine stellen ? – Wäre wichtig.
2.) Welche Programme kennt ihr noch ?
3.) Was gehört verbessert ? Die Programmentwickler sind bislang sehr nett gewesen. Ein Programm-Look für Erwachsene kann erstellt werden. Je mehr Leute ihr Interesse bekunden, desto wahrscheinlicher lässt sich das Gewünschte umsetzen.
4.) Vielleicht sind solche Fragen auch für noch nicht Berufstätige interessant, z.B. als Diplomarbeitsthemen ? (Grundsätzlich würden hier alle mit Freude jede Forschung unterstützen. Themen und Ideen gibt es stapelweise – das wird in anderen Institutionen nicht anders sein ? Besonders relevant wäre z.B. das akustische Gedächtnis. Da fehlt meiner Meinung nach noch sehr viel in unserem Bereich.)
5.) Welche Erfahrungen macht ihr mit diesen Programmen, wo kann man das noch einsetzen ?
Bei Fragen zur Technik / Download oder wegen Dipl.-Arbeitsdings usw. einfach mich kontaktieren:
i-mehl an? Markus.klein hochegg.lknoe.at
funktionierender link
Das sollte jetzt gehen:
http://free.pages.at/moxen/childsplay.pdf
neues Projekt
Werte Kollegen,
aus der Diskussion mit dem Autor von Childsplay ist mittlerweile ein neues Projekt entstanden, welches viele Ideen aus den bisherigen Erfahrungen mit Patienten aufgreift. Obwohl der primäre Fokus wieder auf Kindern liegt, wird es doch auch für ältere Patienten besser passen.
Das neue Projekt entsteht auf:
http://www.robntina.com/schoolsplay/index.php
Jetzt ist wahrscheinlich die beste Zeit, um darauf Einfluß zu nehmen. Also falls jemand Interesse hat mitzudiskutieren, dann bitte dorthin schauen.
Einige Vorschläge wurden auf http://wikihost.org/wikis/thema/wiki/start zusammengefasst (Diskussionsgrundlagen)
Die eigentliche Projektsite ist auf http://sourceforge.net/projects/schoolsplay (also falls Entwickler Interesse haben)
O.K. Endlich ein link der
O.K. Endlich ein link der mal funktioniert.
http://www.students.meduniwien.ac.at/~n9308317/childsplay.pdf
Eigene Dateien
Da ich manchmal höre, daß Kollegen in anderen Institutionen nicht die nötigen Rechte haben, um auf den Computern Programme installieren zu dürfen - hier ein kleiner TIP:
Man kann alle hier genannten Programme installieren, wenn man beim Installationsvorgang in "Eigene Dateien" statt in "Programme" installiert. Falls jemand die Windowsversion von GCompris ausprobieren möchte und zum Freischalten aller Unterprogramme einen Code bräuchte, dann einfach email an mich senden.
Die Homepage von schoolsplay ist mittlerweile
http://schoolsplay.sourceforge.net
Sobald es mir möglich sein wird, werde ich weitere vielversprechende Resultate zu bestimmten Trainings schreiben (Gedächtnisbereich, Aufmerksamkeit).
Das hat wohl Gründe
Im normalfall hat das aber schon Gründe, warum es nicht erlaubt ist Programme zu installieren!
Schoolsplay bald fertig
In der Schoolsplay devel-list wurde vom Programmautor vor Kurzem verlautet, daß das Grundgerüst mit der Datenbank fertig programmiert ist. Nun werden werden die einzelnen Activities erstellt, wobei wahrscheinlich erst einmal die Childsplay plugins "portiert" werden. Also es ist bald soweit.. Wer Vorschläge einbringen möchte, kann das in der besagten Liste tun.
In der Zwischenzeit habe ich auch etwas Zeit gefunden die wenigen Ergebnisse aus den akustischen Memory-Übungen zu vergleichen. Ich muß jedoch leider sagen, daß es bislang nicht so vielversprechend wirkt wie bei der Lesegeschwindigkeit.
http://www.students.meduniwien.ac.at/~n9308317/childsplay_memory2.pdf
Feedback
Für Wünsche und Anregungen -> Weiterentwicklung von Schoolsplay:
http://schoolsplay.wikidot.com/
Gedächtnis Übungseffekt
Da Schoolsplay auf www.schoolsplay.org immer weiter entwickelt wird, möchte ich diesmal einen weiteren Einzelfall beschreiben.
Leider sind die akustischen Memory in schoolsplay noch nicht realisiert, man kann aber trotzdem bereits die visuellen Memory für Übungen benutzen. Im Gedächtnisbereich sind die Effekte zwar klein und sie lassen sich über die üblichen institutionellen Reha-Zeiträume kaum messbar erzeugen,
aber Schoolsplay bietet den großen Vorteil, daß die Daten und Ergebnisse der Übung in eine Datenbankdatei genau und detailiert aufgezeichnet werden. Diese Datei lässt sich einfach auslesen, wie es in der Dokumentation auf www.schoolsplay.org beschrieben ist. Man kann die Datei auch leicht per email verschicken und somit Tele-Therapie durchführen.
Wie bei Einzelfällen üblich, ist es auch hier schwierig zu verallgemeinern. Insbesondere lässt sich die Spontanremission nicht ausschließen, obwohl im beschriebenen Fall in der CT-Bildgebung bereits seit einiger Zeit keine weiter Befunddynamik feststellbar war. Aber schoolsplay befindet sich ja noch in einer frühen Entwicklungsphase und deswegen wie immer auch die Einladung: Mitforschen.
Emails bzgl Fragen wie immer:
markus.klein hochegg.lknnoe.at
http://free.pages.at/moxen/memory.pdf
bzw
http://www.students.meduniwien.ac.at/~n9308317/memory.pdf
0.7.5
Ich möchte wieder einmal darüber informieren:
Die neue Version von Cognitionplay (formerly known as schoolsplay) ist da. Es macht jetzt sehr brauchbare Verlaufsgrafiken und ist auch sonst um Einiges verbessert (z.B. Vollbildschirm).
Man kann es runterladen, wenn man den Download-Links von der Seite www.schoolsplay.org folgt oder direkter von hier:
http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=181294&package_id=...
auf "Cognitionplay-0.7.5_win32.exe" klicken
Diesmal möchte ich aber sogar um noch mehr bitten (falls es sich einmal ohne großen Aufwand ergibt):
Ich fände es gut, wenn man das Programm einmal bei irgendwem zuhause (Eltern, Onkeln und Tanten - das Typische halt) installieren könnte und dann darum bitten könnte ohne Übung und ohne Vorerfahrung das Programm ganz durchzuführen. Damit einmal ein ganzer Datensatz von einer Durchschnittsleistung entsteht. Man könnte es ja einfach installieren, erklären und dann sagen: "wenn du mal nix zu tun hast, dann wäre es nett". Es eilt ja nicht.
Man müsste es erklären, daß man beim Start des Programmes für jede einzelne Person ein Login (Kürzel, ein Buchstabe reicht) beim Anmelden angeben muß, damit dann auch Daten aufgezeichnet werden. Die Daten werden in eine Datenbankdatei aufgezeichnet, die den Namen hat:
C:\Dokumente und Einstellungen\klma\.schoolsplay.rc\cp_sp.db
(Der Ort der Datei kann auch anders sein und hängt davon ab, wohin man das Programm am Anfang installiert hat - Am Besten man lässt den Computer nach der Durchführung einmal danach suchen..)
Wenn ich von einigen Personen diese Datei habe und einige Kennwerte (wer hat dafür hergehalten) habe, dann kann man die Verlaufsgrafik von Cognitionplay schon ein bisserl altersrepräsentativ machen mit Mittelwert und Streuung. Das wird in neuen Version gleich miteingebaut, auch wenn es im Programm ohnedies auch für jeden konfigurierbar ist.
Über Rückmeldung freue ich mich natürlich immer.
mfg
markus.klein -at- hochegg.lknoe.at
email Adresse
Da der Empfang auf die Domain hochegg.lknoe.at sehr unzuverlässig ist (emails gehen meist verloren): besser markus.klein -at- laposte.net
Langzeitverlauf Buchstaben & spezifische Gedächtniseffekte
Update:
Ich habe einige Fallbeispiele zum Buchstaben-Erkennen / Training hintangefügt (mittlerweile mit schoolsplay statt childsplay). Unter anderem ist auch ein Beispiel über einen Langzeitverlauf dabei. Es zeigt sich, daß man auch nach langer Zeit nach einem Schlaganfall noch Verbesserungen erreichen kann.
http://www.students.meduniwien.ac.at/~n9308317/childsplay.pdf
Weiters ist nun auch beim Gedächtnistraining ein Fall angefügt, der möglicherweise einen spezifischen Gedächtniseffekt aufzeigt (mit Cognitionplay). Das lässt hoffen, daß sich in der Zukunft vielleicht weitere Fälle zeigen werden, die so bemerkenswert sind.
http://www.students.meduniwien.ac.at/~n9308317/memory.pdf
CD Booklet
CD Booklet für Cognitionplay auch als Hand-out Prospekt.
http://free.pages.at/moxen/Booklet.pdf
Software Entwicklung
Die Projekte childsplay -> später schoolsplay ( cognitionplay ) -> sind mittlerweile im niederländischen Projekt BrainTrainerPlus aufgegangen:
http://www.braintrainerplus.com
Die Open Source Variante von Braintrainerplus (BTP) wird weiterhin in regelmäßige Veröffentlichungen auf schoolplay.org fließen