Ziele der GNPÖ

Die Gesellschaft für NeuroPsychologie Österreich (GNPÖ) ist ein nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein. Der Verein wurde ins Leben gerufen, um die Anliegen der in diesem Berufsfeld arbeitenden Psychologen sowohl innerhalb der Berufsgruppe als auch auf berufspolitischer Ebene vertreten zu können.

Die angestrebten Ziele liegen in einer Förderung und Verbreitung von Neuropsychologie als interdisziplinäre Wissenschaft in experimentellen, angewandten und klinischen Arbeitsbereichen. Neben Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten wird auch eine beruflich entsprechende Positionierung neuropsychologisch tätiger Psychologen angestrebt.

Die Zusammenarbeit mit anderen bestehenden Vereinigungen in diesem Arbeitskreis ist eines der Ziele der GNPÖ.


Neuropsychologie - der Weg vom Gehirn zum Verhalten

Die Neuropsychologie ist ein relativ junges Berufsbild, welches sich mit der Beziehung zwischen den Funktionen des Gehirns einerseits und dem Verhalten und Erleben andererseits beschäftigt; somit ist sie zwischen den Fachbereichen der Psychologie und Neurologie anzusiedeln. Verhalten wird dabei relativ weit gefasst, inkludiert neben Motorik auch so genannte “höhere kognitive Leistungen” wie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, Lern- und Merkfähigkeit, Sprachverständnis und –produktion, Lesen und Schreiben, komplexe visuelle Fähigkeiten, schlussfolgerndes Denken, Handlungsplanung etc., umfasst aber auch die Persönlichkeit des Menschen.

Infolge schädigender Einflüsse kann die Funktionsfähigkeit des Gehirns entweder vorübergehend oder dauerhaft gestört sein. Bleibende Funktionsausfälle treten vor allem bei neurologischen Krankheiten wie Schädel-Hirn-Traumen, Schlaganfällen, Hirntumoren, Epilepsien, Demenzerkrankungen etc. auf. Die Leistungseinbußen können nun sehr spezifisch sein und hängen unter anderem davon ab, welche Hirnareale von der Schädigung betroffen sind. Es gibt jedoch - vor allem in der Entwicklungs-Neuropsychologie - auch ohne sichtbare Hirnschädigungen kognitive Funktionsbeeinträchtigungen bzw. Entwicklungsstörungen (Sprachentwicklungsstörung nach geburtsbedingtem Sauerstoffmangel, Hyperaktivität und/oder Lernstörung bei frühgeborenen Kindern etc.).

Aufgaben der Neuropsychologie

Die Aufgaben und Ziele der Neuropsychologie sind vielseitig und reichen von wissenschaftlicher Grundlagenforschung über die Diagnostik und Begutachtung bis hin zur Behandlung und Rehabilitation von neuropsychologischen Defiziten.


Grundlagenforschung

Die Erforschung von strukturellen und funktionellen Zusammenhängen im Gehirn sind die Voraussetzungen sowohl für eine wissenschaftlich orientierte Diagnostik als auch für eine daraus resultierende Behandlung (z.B. der Differenzierung unterschiedlichster Gedächtnisfunktionen).


Diagnostik

Zu den Aufgaben der neuropsychologischen Diagnostik gehört zum einen die Beurteilung des Verhaltens und der Leistungsmöglichkeiten eines Patienten bzw. die funktionelle Beschreibung etwaiger Leistungseinbußen aber auch die Beschreibung erhaltener oder besonderer Fähigkeiten. Eine solch differenzierte neuropsychologische Diagnostik ist Voraussetzung für eine effiziente und ökonomische Therapieplanung (erst wenn man weiß, wo das Problem liegt, kann man es auch bearbeiten). Zum anderen kann eine therapiebegleitende Diagnostik die Wirksamkeit von therapeutischen Maßnahmen messbar machen (medikamentöse Therapie, Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Psychotherapie). Diese Diagnostik kann im Auftrag des Patienten, seines Arztes, einer Versorgungseinrichtung oder durch ein Gericht in Form von Gutachten erfolgen.

Neuropsychologische Gutachten werden insbesondere im Rahmen der Entscheidungsfindung über Rehabilitationsmaßnahmen, Berufswahl, Um­schulungs­möglichkeiten und in Bezug auf Versorgungs- und Entschädigungsansprüchen sowie in Arbeits-, Sozial- und Strafrecht angefordert.


Psychologische Behandlung, Rehabilitation

Zu den Zielen der neuropsychologischen Rehabilitation gehören die bestmögliche Wiederherstellung bzw. Kompensation der beeinträchtigten kognitiven Funktionsbereiche sowie die Behandlung eventueller Verhaltens­auffälligkeiten. Dies wird durch die optimale Nutzung noch vorhandener Ressourcen sowie durch das Erlernen neuer Strategien gewährleistet, wobei das primäre Ziel die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität des betroffenen Individuums in familiärer, sozialer und beruflicher Hinsicht ist.


Weitere Ziele der GNPÖ

Neben dem vorrangigen Ziel der Förderung der Neuropsychologie im wissenschaftlichen und klinischen Bereich und dem damit verbundenen Beitrag zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheitspflege ist die Entwicklung professioneller Standards im Zusammenhang mit der universitären und postgraduellen Ausbildung der Psychologen Ziel der Gesellschaft.

Dazu führt die GNPÖ regelmäßige Tagungen, Fortbildungen und Regionaltreffen durch, bietet Kooperation mit den Universitätsinstituten an, stellt die Möglichkeit zur kollegialen Supervision und zur Koordination von Forschungsinteressen zur Verfügung und bietet ein Curriculum für die Fort- und Weiterbildung zum Neuropsychologen an. Dem Berufsbild der Neuropsychologen soll hier sein Profil gegeben werden.