Zertifizierungs- und Akkreditierungsrichtlinien

Allgemeines

Die GNPÖ hat sich zum Ziel gesetzt, ein einheitliches Qualitätszertifikat für den Fachbereich Klinische Neuropsychologie zu schaffen. Dies ist zum einen notwendig, um den Fachbereich Klinische Neuropsychologie als eigenständige Disziplin zu stärken, zum anderen um professionelle Standards nach der postgraduellen Ausbildung zur/m Klinischen Psychologin/en sicherzustellen.

Um eine möglichst breite Anerkennung zu gewährleisten, sind die Kriterien für die Weiterbildung Klinische Neuropsychologie so gestaltet, dass sie ähnlichen Fort- und Weiterbildungskriterien anderer psychologischer Teildisziplinen innerhalb von Österreich entsprechen, den Möglichkeiten in Österreich angepasst sind, und sie gleichzeitig auch den Richtlinien anderer europäischer Fachgesellschaften genügen. Der letzte Punkt spielt besonders bei einer möglichen EU-weiten Weiterbildungsregelung für Klinische Neuropsychologe eine Rolle.

Besondere Anforderungen werden von Seiten des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen in Zusammenhang mit der Spezialisierung laut Psychologengesetz 2013 an das Weiterbildungscurriculum gestellt, damit eine Anerkennung und nahtlose Eintragung in die Berufsliste der Klinischen Psychologinnen/en möglich ist.

Die Überarbeitung und Schärfung der Kriterien ist auch vor dem o. g. Hintergrund zu sehen. Kernpunkt der Zertifizierungsrichtlinien ab 2016 bilden die Praxisnachweise. Es muss zumindest eine zweijährige neuropsychologische Tätigkeit nach der Eintragung in die Berufsliste der Klinischen Psychologinnen/en an einer neurologischen Klinik, neurologischen Rehabilitationseinrichtung mit stationärem Betrieb zur Behandlung von Patientinnen/en mit verschiedenartigen zerebralen Krankheitsbildern unter Leitung einer/s Klinischen Psychologin/en mit dem GNPÖ Zertifikat Weiterbildungscurriculum Klinische Neuropsychologie nachgewiesen werden.

Voraussetzungen

Voraussetzung für den Erwerb des Zertifikats, welches gemeinsam von der GNPÖ und dem Berufsverband Österreichischer PsychologInnen (BÖP) verliehen wird, ist die Eintragung in die Liste der Klinischen Psychologinnen/en beim Bundesministerium für Gesundheit (§28 PG 2013, BGBl. Nr. 182/2013). Die fachspezifische neuropsychologische Qualifikation kann nach Absolvierung aller für das Curriculum notwendigen Schritte beantragt werden.

Organisatorisches

Kosten (Stand Dezember 2016):

Die Gesellschaft für Neuropsychologie Österreich ist ein gemeinnütziger Verein, daher sind die Umsätze gem. § 2 Abs. 5 Z 2 UStG 1994 nicht steuerbar! Die Einhebung einer Mehrwertsteuer auf die Seminare ist damit nicht notwendig.

GNPÖ-Mitglieder BÖP-Mitglieder Nicht-Mitglieder
1 E Seminar € 18,- € 20,- € 22,-
1 Fallvorstellungsseminar € 148,- € 164,- € 180,-
1 Fallbegutachtung € 80,- € 80,- € 80,-
Zertifizierungsgebühr € 100,- € 100,- € 200,-

Übermittlung des Formulars „Antrag auf Zertifizierung Weiterbildung Klinische Neuropsychologie“ muss per Post als Einschreiben an das Sekretariat gesendet werden.

Ergänzungen sind ebenfalls immer per Post und eingeschrieben zu senden. Sofern diese nur Kopien beinhalten ist kein Einschreiben notwendig.

Dem Antrag ist wie folgt beizulegen:

  • Hochschulstudium Psychologie (Kopie des Sponsionsbescheides, Mastergrade etc.)
  • Klinische/r Psychologe/in (Kopie der Eintragung in die Liste des Bundesministeriums für Gesundheit laut §28 PG 2013, BGBl. Nr. 182/2013)
  • Arbeitszeitbestätigung des Arbeitgebers (Original)
  • Supervisionsbestätigung(en) (Original)
  • Einzahlungsbestätigung der Zertifizierungsgebühr (€ 100 für GNPÖ-Mitglieder und BÖP-Mitglieder, € 200 für Nicht-Mitglieder)
  • Teilnahmebestätigungen der Einzelseminare (Kopie)
  • Stellungnahmen der vier Fallvorstellungsseminare (Kopie)
  • Formular für Zuordnung der Seminare für die Zertifizierung

    In Ausnahmefällen, in denen nicht jede der notwendigen Bedingungen erfüllt worden ist, aber gute Gründe für eine Ausnahmeregelung angeführt werden können, berät der Vorstand der GNPÖ über mögliche Sonderregelungen. In besonderen Fällen können auch sachverständige Kolleginnen/en aus dem Fachbereich der Klinischen Neuropsychologie für ein Gutachten beauftragt werden. Die zusätzlich anfallenden Kosten sind dann von/m der  Antragsteller/in zu übernehmen.

    Im Fall der Ablehnung eines Zertifizierungsansuchens infolge unvollständiger oder unzureichender Unterlagen sind zwei Nachreichungen möglich. Ist auch aufgrund dieser Unterlagen keine Zertifizierung möglich, hat eine neue Einreichung mit neuen noch nicht vorgelegten Fällen aufgrund der dann geltenden Bestimmungen zu erfolgen.

    Wir bitten um Verständnis, dass nur elektronisch ausgefüllte Anträge entgegengenommen und bearbeitet werden können. Handschriftliche Ergänzungen werden nicht berücksichtigt.