Willkommensgruß der Präsidentin

Herzlich Willkommen bei der Gesellschaft für Neuropsychologie Österreich (GNPÖ).

Die GNPÖ kümmert sich um Ihre Anliegen innerhalb der Berufsgruppe und vertritt Sie auf berufspolitischer Ebene in Österreich.

Die GNPÖ ist ein nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein, der national und international tätig ist. Als Gründungsmitglied der Federation of the European Societies of Neuropsychology (FESN) arbeiten die Vertreterinnen/er der GNPÖ auch mit nationalen europäischen Organisationen im Bereich Neuroscience und deren Entscheidungsträgerinnen/n zusammen. 

Eines der vorrangigen Ziele als Präsidentin der GNPÖ ist es den Bekanntheitsgrad der Klinischen Neuropsychologie zu erhöhen und die Positionierung sowohl in der österreichischen als auch der europäischen Gesundheitslandschaft zu präzisieren.

Zudem ist mir die Qualitätssicherung der  klinisch-neuropsychologischen Aufgabenfelder ein großes Anliegen. Dies bezieht sich auf die Zertifizierung des Weiterbildungscurriculums Klinische Neuropsychologie, als auch auf die Akkreditierung der Weiterbildungseinrichtungen. Dazu gehört auch die Entwicklung von Standards der klinisch-neuropsychologischen Kerntätigkeiten. Als einer der wesentlichsten Erfolge ist die Einführung der Klinischen Neuropsychologie als Spezialisierung gemäß § 29 (5) PG 2013 BGBl 182/2013 als ersten Fachbereich in Österreich zu nennen.

Nicht zuletzt werde ich auch die Professionalisierung der GNPÖ vorantreiben, was sich beispielsweise in einem modernen Internetauftritt, in Online-Zugängen oder -dokumenten zeigen wird.

Was können Sie von der GNPÖ erwarten?

  • Wir vertreten über 340 Mitglieder, welche in angewandten und wissenschaftlichen Bereichen der Klinischen Neuropsychologie tätig sind.
  • Wir sind sehr daran interessiert die Klinische Neuropsychologie als interdisziplinäre Wissenschaft zu fördern und zu verbreiten. Dadurch wollen wir die öffentliche Gesundheitspflege verbessern.
  • Wir reichen Expertenpapiere ein, unterbreiten Verbesserungsvorschläge und geben Stellungnahmen ab.
  • Wir veranstalten regelmäßig Tagungen, nehmen als ihre Vertretung an Kongressen teil, organisieren Fortbildungen, treffen uns mit Entscheidungsträgern und vernetzen uns innerhalb und außerhalb der Berufsgruppe.
  • Wir bieten eine umfassende theoretische Weiterbildung in Klinischer Neuropsychologie an.
  • Wir unterstützen auch gerne bei der Suche nach praktischen Weiterbildungsplätzen, oder Supervisorinnen/en.
  • Wir helfen gerne bei der Zusammenstellung ihrer Unterlagen zur Einreichung für die Zertifizierung.
  • Für bereits zertifizierte Kolleginnen/en stellen wir ein vielfältiges Fortbildungsprogramm in Wien, Innsbruck, Salzburg und Wels zur Verfügung.
  • Wir kooperieren eng mit dem Berufsverband Österreichsicher Psychologinnen/en (BÖP), um einerseits Synergismen nutzen zu können und um uns auch gegenseitig in Verhandlungen zu ergänzen.

Die Zeitschrift für Neuropsychologie ist offizielles Organ der GNPÖ und wird vierteljährlich an  die Mitglieder zugestellt. Die Beiträge enthalten neben Fachartikeln auch Informationen von den laufenden Tätigkeit im Vorstand.

Durch die klinisch-neuropsychologische Diagnostik gewährleisten unsere Expertinnen/en eine validierte und standardisierte Beurteilung des Erlebens und Verhaltens, sowie der Leistungsmöglichkeiten unserer Patientinnen/en. Diese ist Grundlage für die Entscheidungsfindung bei Rehabilitationsmaßnahmen oder Umschulungsmöglichkeiten. Die klinisch-neuropsychologische Behandlung ist ein wesentlicher Bestandteil zur bestmöglichen Wiederherstellung nach erworbenen Hirnschädigungen. Die Lebensqualität ist oberstes Ziel in der Betreuung unserer Patientinnen/en.

Wenn Sie unsere Webseite aufgrund von offenen Fragen besucht haben, hoffe ich, dass diese beantwortet werden konnten. Wenn nicht, dann scheuen Sie sich bitte nicht, sich direkt an uns zu wenden.

Wenn Sie aus Neugier an unserer Berufsgruppe oder der Gesellschaft selbst auf uns aufmerksam geworden sind, hoffe ich, dass wir diese befriedigen konnten. Ganz gleich ob Sie ein Mitglied sind oder noch nicht, Ihr Besuch soll auf jeden Fall informativ und angenehm gewesen sein. Über Ihr Feedback freue ich mich in jedem Fall!

Mag. Dr. Sandra M. Lettner
Präsidentin

Neuropsychologie - der Weg vom Gehirn zum Verhalten

Die Neuropsychologie stellt ein junges Berufsbild dar, welches sich mit der Beziehung zwischen den Gehirnfunktionen einerseits und dem Erleben und Verhalten andererseits beschäftigt. Die Neuropsychologie stellt eine Verbindung zwischen den wissenschaftlichen Fachbereichen der Psychologie und Neurologie dar.

Forschungsgegenstand sind das persönliche Erleben und das weiter gefasste Verhalten. Einzelne Bereiche wie beispielsweise Motorik, Wahrnehmung, verschiedene Intelligenzfunktionen, die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, die Lern- und Merkfähigkeit, exekutive Funktionen wie zum Beispiel das schlussfolgernde Denken und die Handlungsplanung, sowie Sprachverständnis und -produktion, Lesen und Schreiben werden untersucht. Auch die Persönlichkeit des Menschen wird als wesentlicher Bestandteil erfasst.

Infolge schädigender Einflüsse kann die Funktionsfähigkeit des Gehirns entweder vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigt sein. Bleibende Funktionsausfälle treten vor allem bei neurologischen Krankheiten wie Schädel-Hirn-Traumen, Schlaganfällen, Hirntumoren, Epilepsien, Demenzerkrankungen u. v. a. auf. Die Leistungseinbußen können sehr spezifisch sein und hängen unter anderem davon ab, welche Hirnareale von der Schädigung betroffen sind. In der Entwicklungsneuropsychologie gibt es auch kognitive Funktionsstörungen auch ohne sichtbare Hirnschädigungen. Diese treten in Zusammenhang mit beispielsweise Entwicklungsstörungen auf. Dabei kann es sich zum Beispiel um Sprachentwicklungsstörung nach geburtsbedingtem Sauerstoffmangel, Hyperaktivität oder Lernstörung bei frühgeborenen Kindern handeln.

Die Aufgabengebiete der Neuropsychologie sind vielseitig und reichen von wissenschaftlicher Grundlagenforschung über Diagnostik und Begutachtung bis hin zur Behandlung und Rehabilitation von neuropsychologischen Defiziten.

Die Erforschung von strukturellen und funktionellen Zusammenhängen im Gehirn sind die Voraussetzungen sowohl für eine wissenschaftlich orientierte Diagnostik als auch für eine daraus resultierende Behandlung (z. B. der Differenzierung unterschiedlichster Gedächtnisfunktionen).

Zu den Aufgaben der neuropsychologischen Diagnostik gehört zum einen die Beurteilung des Verhaltens und der Leistungsmöglichkeiten eines Patienten bzw. die funktionelle Beschreibung etwaiger Leistungseinbußen aber auch die Beschreibung erhaltener oder herausragender Fähigkeiten. Eine differenzierte neuropsychologische Diagnostik ist Voraussetzung für eine effiziente und ökonomische Therapieplanung. Zum anderen kann eine therapiebegleitende Diagnostik die Wirksamkeit von therapeutischen Maßnahmen (klinisch neuropsychologische Behandlung, medikamentöse Therapie, Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Psychotherapie) messbar machen.  Diese Diagnostik kann im Auftrag des Patienten, seines Arztes, einer Versorgungseinrichtung oder durch ein Gericht in Form von Gutachten erfolgen.

Klinisch Neuropsychologische Gutachten werden insbesondere im Rahmen der Entscheidungsfindung über Rehabilitationsmaßnahmen, Berufswahl, Umschulungsmöglichkeiten und in Bezug auf Versorgungs- und Entschädigungsansprüche sowie in Arbeits-, Sozial- und Strafrecht angefordert.

Zu den Zielen der neuropsychologischen Rehabilitation gehören die bestmögliche Wiederherstellung bzw. Kompensation der beeinträchtigten kognitiven Funktionsbereiche, Funktionen sowie die Behandlung eventueller Verhaltens­auffälligkeiten. Dies wird durch ein gezieltes Funktionstraining, durch die optimale Nutzung von vorhandenen Ressourcen sowie durch das Erlernen neuer Strategien gewährleistet. Dabei ist das primäre Ziel die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität des betroffenen Individuums in familiärer, sozialer und beruflicher Hinsicht.