Therapie exekutiver Funktionen

08.11.2019 09:00 bis 16:15
Innsbruck

Ziel
Einschränkungen in den Exekutivfunktionen stellen für Betroffene oft eine große Hürde bei der Bewältigung ihres Alltagslebens in Schule, Beruf, Freizeit oder sozialen Interaktionen dar. Auch die behandelnden Neuropsychologinnen und Neuropsychologen können sie vor erhebli­che Herausforderungen stellen. Das Seminar verfolgt vor diesem Hintergrund das Ziel, thera­peutische Möglichkeiten – die restitutiv, kompensatorisch oder adaptiv ansetzen – aufzuzeigen und Besonderheiten für verschiedene kognitive und verhaltensbezogene Funktions- und Akti­vitätsbeeinträchtigungen zu thematisieren. Dabei soll theoretisches und praktisches Hand­werkzeug für die Behandlung exekutiver Funktionsstörungen vermittelt werden. Die therapeuti­schen Ansätze beziehen sich sowohl auf die Behandlung der kognitiven als auch der verhal­tensbezogenen Anteile exekutiver Funktionen.

Inhalt

  • Allgemeine Empfehlungen und Besonderheiten für die Therapie
  • Möglichkeiten und Grenzen von

    • restitutiv wirkenden Therapieansätzen (z.B. Paper-Pencil-, PC-Aufgaben)
    • kompensatorisch wirkenden Therapieansätzen (z.B. Hilfsmitteltraining, interne Strategien)
    • adaptativ wirkenden Therapieansätzen (z.B. räumliche Anpassungen, systemische Ansätze)

Für KollegInnen, die keine oder wenig Erfahrung in der Diagnostik exekutiver Funktionen haben, wird der vorherige Besuch des Seminars „Grundlagen und Diagnostik von Exekutivfunktionen“ am Freitag, den 20.9.2019 in Wien empfohlen.

Seminarleitung
Prof. Dr. Anke Menzel-Begemann; Professorin für Rehabilitationswissenschaften am Fach­bereich Gesundheit der Fachhochschule Münster; Entwicklerin von Testverfahren zur Exe­kutivdiagnostik; Projektleiterin verschiedener Forschungsvorhaben zu Interventionskonzepten in der medizinischen Rehabilitation

Dr. Beatrix Broutschek; Psychologische Psychotherapeutin (VT), Klinische Neuropsychologin (GNP/PTK), Supervisorin Neuropsychologie (GNP), sechs Jahre Weiterbildungsermächtigung Neuropsychologie und Qualitätsmanagementbeauftragte, seit 2016 in eigener Praxis

Termin
Fr. 8.11.2019                          9.00 bis 16.15 Uhr

Ort
Innsbruck

Seminargebühr
GNPÖ-Mitglieder                   € 160,-
BÖP-Mitglieder                     € 176,-
Nicht-Mitglieder                    € 192,-

Anrechnung auf das Curriculum
1.1. Neuropsychologische Syndrome (4 E)
3.2. Neuropsychologische Trainingsverfahren und Therapie (4 E)

Literaturempfehlung

  • Drechsler, R. (2007). Exekutive Funktionen – Übersicht und Taxonomie. Zeitschrift für Neuropsy­chologie, 18 (3), 233-248.
  • Diener, H.C.; Putzki, N. (Hrsg.)(2012, 5. Aufl.). Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neuro­logie. Kommission "Leitlinien" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Thieme: Stuttgart.
  • Finauer, G. (Hrsg., 2. Aufl.)(2008). Therapiemanuale für die neuropsychologische Rehabilita­tion: Kognitive und kompetenzorientierte Therapie für die Gruppen- und Einzelbehandlung. Heidelberg: Springer.
  • Müller, S.V. (2009). Störungen der Exekutivfunktionen – wenn die Handlungsplanung zum Problem wird. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag GmbH
  • Müller, S.V. (2012, 5. Aufl.). Diagnostik und Therapie von exekutiven Dysfunktionen. In: Diener, C. (Hrsg.). Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Stuttgart: Thieme, S. 1073-1083.
  • Müller, S.V. (2013). Störungen der Exekutivfunktionen. In: Fortschritte der Neuropsychologie. Göttingen: Hogrefe
  • Müller, S.V.; Hildebrandt, H.; Münte, T.F. (2004). Kognitive Therapie bei Störungen der Exekutivfunktionen – Ein Therapiemanual. Göttingen: Hogrefe.